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Pferd füttern in Österreich: drei Mal täglich Raufutter — und was die Studien ergänzen

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Zuletzt geprüft am 20. September 2026

Österreich regelt die Fütterung von Pferden in einer Verordnung, und zwar über die Häufigkeit: mindestens drei Mal täglich Raufutter, wenn es nicht ohnehin frei verfügbar ist. Diese Seite stellt daneben, was die tiermedizinischen Konsenspapiere an Mengen liefern — und benennt, wo der übliche Rat weiter geht als die Belege.

Das ist eine Zusammenfassung veröffentlichter Vorgaben und Leitlinien, keine tierärztliche Beratung. Jede Ration hängt von Gewicht, Arbeit, Zähnen, Stoffwechsel und dem Raufutter ab, das gerade vor dem Pferd liegt. Was für deines gilt, entscheidet dein Tierarzt oder eine qualifizierte Fütterungsberatung — besonders bei Hufrehe, EMS, Magengeschwüren oder Untergewicht.

Was die 1. Tierhaltungsverordnung verlangt

Anlage 1 der 1. Tierhaltungsverordnung regelt die Mindestanforderungen für die Haltung von Pferden und Pferdeartigen. Im Abschnitt Ernährung steht der Satz, um den es geht:

Den Tieren ist das der Leistung entsprechende Kraftfutter und mindestens drei Mal täglich Raufutter zur Verfügung zu stellen, sofern keine Möglichkeit zu freier Aufnahme besteht.
Anlage 1, 1. Tierhaltungsverordnung (BGBl. II Nr. 485/2004, geltende Fassung)

Der Nachsatz ist der wichtigste Teil: sofern keine Möglichkeit zu freier Aufnahme besteht. Steht Raufutter dauerhaft zur Verfügung, greift die Mindesthäufigkeit gar nicht — die Vorschrift regelt den rationierten Betrieb. Wer also rationiert füttert, schuldet drei Vorlagen am Tag; wer ad libitum füttert, schuldet die Verfügbarkeit.

Die Verordnung nennt dazu zwei weitere Punkte, die im Alltag öfter übersehen werden als die drei Mahlzeiten:

Drei Länder, drei Regelungsformen

Wer über die Grenze schaut, findet dieselbe Frage völlig anders beantwortet — was erklärt, warum Ratschläge aus deutschen Foren in Österreich manchmal danebengehen:

Drei Mal täglich und zwölf Stunden Vorlage sind nicht dasselbe, und keines der beiden ist die Schweizer Formel. Für das einzelne Pferd ist ohnehin die Biologie ausschlaggebend — die Vorschrift ist die Untergrenze, nicht das Ziel.

Stärke: die zwei Zahlen mit Beleg

Wo die Verordnung zur Menge schweigt, wird das ECEIM-Konsenspapier zum Magengeschwürsyndrom konkret: Die Ration soll 2 g Stärke je kg Körpergewicht und Tag nicht überschreiten und 1 g je kg Körpergewicht und Mahlzeit. Für ein 500-kg-Pferd sind das 1 kg Stärke am Tag und 500 g in einer Mahlzeit. Oberhalb von 2 g/kg und Tag steigt die Wahrscheinlichkeit einer squamösen Läsion ab Grad 2/5 etwa auf das Doppelte.

Begrenzt wird Stärke, nicht Futter: Ein Kilo Müsli mit 20 % Stärke enthält 200 g Stärke, ein Kilo getreidebetontes Kraftfutter mit 40 % das Doppelte. Der Wert steht auf dem Sack oder ist beim Hersteller zu erfragen. Und weil jede belegte Zahl je Kilogramm Körpergewicht steht, lässt sie sich mit „einem halben Messbecher" nicht verrechnen — einmal auf die Waage, Ergebnis auf die Tonne schreiben.

Die österreichische Dreiteilung hilft hier übrigens: Dieselbe Tagesmenge auf drei Gaben verteilt unterschreitet die Grenze je Mahlzeit leichter als auf zwei.

Wo die Evidenz schwächer ist als der Rat

„Mehr Raufutter, dann geben sich die Magengeschwüre" stützt das Konsenspapier in dieser Form nicht. Es hält fest, dass freier Zugang zu faserreichem Futter weithin angenommen wird das Risiko zu senken, „starke Belege dafür jedoch ebenfalls fehlen" — und dass in einer Studie mit faserreicher gegenüber energiegleicher faserarmer Ration Anzahl und Schweregrad der squamösen Läsionen in der faserreichen Gruppe größer waren. Zum Weidegang nennt es die Datenlage widersprüchlich. Stroh als einziges Raufutter geht mit erhöhtem Risiko einher.

Raufutter bleibt die Grundlage der Ration und ist in Österreich ohnehin vorgeschrieben. Die Einschränkung ist enger: Raufutter allein ist keine Behandlung. Ein Pferd mit Verdacht auf Magengeschwüre gehört gastroskopiert, nicht an ein größeres Heunetz für weitere sechs Wochen.

Der leichtfuttrige Typ: die Zahlen zum Abnehmen

Für Übergewicht und Insulindysregulation empfiehlt das ECEIM-Konsenspapier zum Equinen Metabolischen Syndrom eine Heuration aus Gräsermischung von 1,25–1,5 % des tatsächlichen Körpergewichts als Trockensubstanz, entsprechend 1,4–1,7 % als Frischmasse — und schreibt offen, dass über den optimalen Grad der Restriktion Uneinigkeit besteht, weil der Mindestbedarf an Raufutter gedeckt bleiben muss.

Engmaschige Heunetze und zeitgesteuerte Raufen lösen beides zugleich: Sie strecken die Fresszeit, statt die Vorlage zu streichen — und halten damit die drei täglichen Gaben ein, ohne die Diät zu sprengen.

Aufschreiben, weil nicht du fütterst

Alle Zahlen oben scheitern am selben Punkt: an der Ration, die nur in einem Kopf existiert. Wer samstags das Futter mischt, ist selten der, der es festgelegt hat; aus „einem Messbecher" im März wird bis August etwas anderes; und eine Änderung vom Dienstag ist für den, der am Mittwoch im Stall steht, unsichtbar.

Schreib die Ration dorthin, wo jeder sie liest, der füttert — Futter, Menge, wann, und an welchen Tagen. Gerade die drei Vorlagen am Tag sind eine Angabe über Zeitpunkte: Sie stehen nirgends, wenn nur die Menge notiert ist.

Ein Plan, den jeder liest, der füttert

EquiDiary führt den Futterplan am Pferd: was es bekommt, wie viel, wann und an welchen Tagen. Alle, mit denen das Pferd geteilt ist, lesen denselben Plan — auch in der Futterkammer ohne Empfang — und ändern kann ihn nur der Besitzer. Nach einer Änderung bietet die App an, sie im Tagebuch als Futterwechsel einzutragen. Du bist weg? Ein Freigabelink bringt den Plan zu dem, der füttert — ganz ohne Konto.

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Quellen

Die Konsenspapiere sind über ihre DOI verlinkt, nicht über den Verlag: beide haben den Verlag seit Erscheinen gewechselt, die DOI hat den Wechsel überlebt. Die Verordnung ist über ihren ELI verlinkt, den amtlichen Dauerlink auf genau jene Fassung der Anlage 1, die hier zitiert wird. Sie wird novelliert — prüfe die geltende Fassung, bevor du dich auf einen Wortlaut verlässt.

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Weiter: Entwurmung beim Pferd — selektive Entwurmung und die Kotprobe.