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Ratgeber

Impfplan Pferd: Intervalle, Auffrischung und Turnierregeln

Zuletzt geprüft am 4. August 2026

Die Verwirrung beim Impfen entsteht selten bei der Frage, wogegen geimpft wird — sondern dabei, wann die nächste Impfung fällig ist und warum Stall, Tierarzt und Turniermeldestelle scheinbar mit drei verschiedenen Kalendern rechnen. Hier steht, was die veröffentlichten Vorgaben sagen.

Das ist eine Zusammenfassung veröffentlichter Leitlinien, keine tierärztliche Beratung. Die Intervalle unten sind die der genannten Institutionen; welches Schema für dein Pferd gilt, entscheidet dein Tierarzt — auch abhängig vom verwendeten Impfstoff.

Die Leitlinie: drei Impfungen, drei völlig verschiedene Rhythmen

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut gibt die maßgebliche Leitlinie zur Impfung von Pferden heraus. Der entscheidende Punkt: Die drei Routineimpfungen halten unterschiedlich lange, und genau das geht im Stallalltag unter.

ImpfungGrundimmunisierungWiederholungsimpfung
Tetanus3 Impfungen: 2. nach 4–6 Wochen, 3. nach 12–14 Monatenalle 2–3 Jahre
Influenza3 Impfungen: 2. nach 4–6 Wochen, 3. nach 5–6 Monatenalle 6 Monate
Herpes (EHV)3 Impfungen: 2. nach 4–6 Wochen, 3. nach 5–6 Monatenalle 6 Monate

Der Tetanusschutz hält nach korrekter Grundimmunisierung Jahre — die Leitlinie nennt je nach Impfstoff zwei bis drei Jahre. Wer jährlich gegen Tetanus impfen lässt, tut damit oft mehr, als die Leitlinie verlangt. Bei Influenza und Herpes ist es umgekehrt: Der Schutz ist relativ kurzlebig, weshalb hier sechs Monate der Regelfall sind.

Eine Ausnahme steht ausdrücklich in der Leitlinie: Für Pferde mit geringem Infektionsdruck, die regelmäßig geimpft werden und nicht an Turnieren oder Veranstaltungen mit vielen Pferden aus verschiedenen Beständen teilnehmen, kann bei Influenza ein Intervall von bis zu zwölf Monaten ausreichen. Ob dein Pferd darunterfällt, ist eine tierärztliche Einschätzung — kein Stallgerücht.

Grundimmunisierung ist keine Formalie. Wer die dritte Impfung auslässt, hat streng genommen keine abgeschlossene Grundimmunisierung — und eine Auffrischung frischt nur auf, was vorher aufgebaut wurde. Reißt der Abstand zu weit, muss unter Umständen neu grundimmunisiert statt nur nachgeimpft werden.

Turnierpferde: die LPO rechnet strenger

Turnierregeln sind keine medizinische Empfehlung, sondern eine Startberechtigung — und sie werden wörtlich genommen. Geregelt ist die Impfvorschrift in der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO), § 66 Allgemeine Teilnahmebeschränkungen von Pferden (1.7):

Für den Start gilt: 14 Tage nach der zweiten Impfung, beziehungsweise 7 Tage nach der dritten und jeder weiteren Impfung. Wer den Tierarzt in der Turnierwoche bestellt, riskiert also genau das, was er verhindern wollte.

International: FEI

Die FEI verlangt dieselben 6 Monate + 21 Tage, setzt aber eine eigene Frist obendrauf: innerhalb von sieben Tagen vor Ankunft auf dem Turnier darf gar nicht geimpft werden. Die Grundimmunisierung besteht dort aus zwei Impfungen im Abstand von 21 bis 92 Tagen.

Neu und leicht zu übersehen: Seit dem 1. Juli 2026 müssen die Influenza-Impfdaten zusätzlich zum Pferdepass in der FEI HorseApp hinterlegt sein — fehlen sie, wird ein Bußgeld fällig.

Warum der Impfkalender verrutscht

Kaum ein Impfplan bleibt auf den Daten, die im Januar geplant wurden. Der Tierarzttermin verschiebt sich, das Pferd hat ausgerechnet in der Woche Fieber, die zweite Impfung kommt später — und jeder Folgetermin verschiebt sich mit. Genau darin liegt das Problem: Der nächste Termin hängt davon ab, wann tatsächlich geimpft wurde, nicht davon, wann es geplant war.

Deshalb geht ein ausgedruckter Jahresplan spätestens im März leise falsch — und deshalb ist „sechs Monate nach der letzten“ nur beantwortbar, wenn man weiß, wann die letzte genau war.

Das Rechnen übernimmt der Nachweis

EquiDiary rechnet mit dem, was du eingetragen hast, nicht mit einem starren Kalender. Impfung eintragen — mit Chargennummer und Tierarzt — und der nächste Termin ergibt sich von selbst. Wird er fällig, kommt eine E-Mail. Reitbeteiligung, Trainer und Stall sehen dieselbe Historie, und der Pferdepass liegt im Wallet des Pferdes, wenn er am Meldestand gebraucht wird.

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Quellen

Leitlinien und Turnierordnungen werden regelmäßig überarbeitet — prüfe vor jeder Entscheidung die aktuelle Fassung und sprich mit deinem Tierarzt.

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