Impfplan Pferd Österreich: ÖTO § 11 und die zwei Zahlen
Zuletzt geprüft am 5. August 2026
In Österreich stehen zwei Zahlen nebeneinander, und nur eine davon entscheidet über den Start: jährlich auffrischen ist die Empfehlung, aber fürs Turnier darf die letzte Impfung nicht älter als sechs Monate und 21 Tage sein.
Dies fasst veröffentlichte Regeln zusammen und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Diese Seite gilt für Österreich. Für Deutschland siehe den deutschen Ratgeber, für die Schweiz den Schweizer — dort gilt national eine Jahresfrist.
Was die Österreichische Turnierordnung verlangt
Geregelt ist der Impfschutz in § 11 der Österreichischen Turnierordnung (ÖTO). Die Influenza-Impfung ist dabei die einzige, die für Turniere und andere offizielle Veranstaltungen zwingend verlangt wird — alles Weitere ist Empfehlung.
| Schritt | Frist |
|---|---|
| 1. und 2. Teilimpfung | nicht weniger als 21, nicht mehr als 60 Tage auseinander |
| 3. Teilimpfung | im Abstand von sechs Monaten zur zweiten |
| Auffrischung (Empfehlung) | jährlich, um den Impfschutz zu erhalten |
| Fürs Turnier | letzte Impfung nicht älter als 6 Monate + 21 Tage |
| Vor der Ankunft | keine Impfung innerhalb der letzten sieben Tage |
Die zwei Zahlen sind kein Widerspruch — aber sie kosten Starts. Die jährliche Auffrischung hält den Impfschutz aufrecht; das ist die tiermedizinische Empfehlung. Ob dein Pferd starten darf, entscheidet dagegen die Frist von sechs Monaten und 21 Tagen. Ein Pferd kann also völlig korrekt jährlich geimpft und am Turniertag trotzdem nicht startberechtigt sein. Wer auf Turnier geht, impft in Österreich zweimal im Jahr.
Warum Österreich streng geblieben ist
Als die FEI wegen Lieferschwierigkeiten bei Impfstoffen ihr Intervall vorübergehend verlängerte, hat Österreich diese Lockerung nicht übernommen. Die Begründung des OEPS war schlicht: Es gab genügend Influenza-Produkte anderer Hersteller mit derselben schützenden Wirkung, also bestand kein Anlass, § 11 anzurühren.
Praktisch heißt das: Wer damals eine international gültige Ausnahme im Kopf hatte, lag in Österreich falsch. Und es zeigt, worauf man sich verlassen kann — die österreichische Frist folgt der FEI nicht automatisch, in keine Richtung.
Warum der Impfkalender verrutscht
Kaum ein Impfplan bleibt auf den Daten, die im Januar geplant wurden. Der Tierarzttermin verschiebt sich, das Pferd hat ausgerechnet in der Woche Fieber, die zweite Impfung kommt später — und jeder Folgetermin verschiebt sich mit. Genau darin liegt das Problem: Der nächste Termin hängt davon ab, wann tatsächlich geimpft wurde, nicht davon, wann es geplant war.
Und weil „ist er noch gültig?“ nur beantwortbar ist, wenn man das genaue Datum der letzten Impfung kennt, hängt alles daran, was im Pass steht — und was du selbst notiert hast.
Das Rechnen übernimmt der Nachweis
EquiDiary rechnet mit dem, was du eingetragen hast, nicht mit einem starren Kalender. Impfung eintragen — mit Chargennummer und Tierarzt — und der nächste Termin ergibt sich von selbst. Wird er fällig, kommt eine E-Mail. Stall, Reiter und Tierarzt sehen dieselbe Historie, und der Pass liegt in den Dokumenten des Pferdes, bereit für die Nennung.
3 Monate kostenlos startenQuellen
- OEPS — Österreichische Turnierordnung (§ 11, Impfschutz der Pferde)
- Österreich behält das Influenza-Impfintervall bei
- OEPS — Einführung des Influenza-Impfmoduls in der FEI HorseApp
- FEI — Vaccinations und die Veterinary Regulations 2026
Die Turnierordnung wird laufend ergänzt: prüfe die geltende Fassung vor der Nennung und stimme das Schema mit deinem Tierarzt ab.
Weiter: Entwurmung in Österreich — Kotprobe, Schwellenwert und Resistenzen.
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